Montag, 21. März 2011

Es geht immer um den Petrodollar!

Zusammenhänge des Irak- und (wohl bald auch) des Iran-Krieges

Die Folgenden Zeilen sollen keine Theorie einer möglichen Verschwörung aufstellen. Sie dienen lediglich der Information faktischer Umstände, umschmückt mit meiner persönlichen Meinung. Die gemachten Aussagen sind daher spekulativ und die tatsächlichen Motive der westlichen Alliierten aufgrund von fehlenden Informationen generell nicht beweisbar.

Es ist nicht direkt das Öl als Rohstoff, auf das die Amis (oder deren Handlanger, im speziellen die Franzosen und Briten) scharf sind. Es geht vielmehr um dessen Abrechnung: Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte war Saddam Hussein im Jahr 2000. Zunächst wurde seiner Forderung mit Hohn und Spott begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, dass er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändert. Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig und eine Strafaktion stand an.

George W. Bushs Operation "Schock und Ehrfurcht" (shock and awe) im Irak drehte sich meiner Meinung nach nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium. Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, dass jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf die selbe Art bestraft würde.

Nun zog auch der Iran am 17. Februar 2008 mit der Eröffnung der Ölbörse IOB auf der Insel Kish im Persischen Golf nach. Eigentlich sollte die IOB schon im März 2006 eröffnet werden, doch es gab "technische Schwierigkeiten". Außer dem US-Dollar sind dort alle Währungen willkommen. Gehandelt wird mit Hilfe eines Währungskorbs, in dem neben dem Euro und dem Yen auch die regionalen Währungen der Golfstaaten vertreten sind. Überwiegend werden die Preise für iranisches Öl derzeit in der Landeswährung Rial berechnet.


Anmerkung: Auf der Bretton-Woods-Konferenz 1944 wurde der US-Dollar als Weltleitwährung bestimmt und fortan alle international gehandelten Rohstoffe in Dollar fakturiert. Dies schafft eine immense künstliche Nachfrage nach US-Dollars, denn für jedes beispielhafte Barrel Öl, dass auf den internationalen Finanzmärkten erworben wird, müssen Dollars beschafft werden. Dieser Umstand verschafft dem US-Dollar einen relativen starken Außenwert (Kaufkraft im Ausland). Wenn sich die USA nicht mehr, wie bisher über beide Ohren im Ausland (und bei der privaten amerikanischen Zentralbank) verschulden könnten um ihren Staatshaushalt zu bewältigen, dann wäre das der Super-GAU. Die Vereinigten Staaten wären umgehend zahlungsunfähig, wenn das Ausland den Dollar (zurecht) für wertlos befinden, folglich keine amerikanischen Staatsanleihen mehr kaufen und die USA somit nicht mehr finanzieren würde.

Über die Petrodollar-Theorie gibt es mittlerweile einen kurzen Eintrag bei Wikipedia:


Folgendes interessantes Video zum Kriegstreiben der USA im nahen Osten soll nicht vorenthalten werden. Es unterhalten sich der Vier-Sterne-General Wesley Clark mit Amy Goodman von democracy now.