Dienstag, 17. Mai 2011

Die Eigentümer der Fed

Die meisten Leser dieses oder ähnlicher Blogs werden mittlerweile wissen, dass die US-amerikanische Zentralbank, genannt Federal Reserve Bank (besser: das Federal Reserve System) weder - wie der Name vielleicht vermuten lässt - föderal noch staatlich ist.

Im Mainstream - wenn überhaupt thematisiert - wird diese Tatsache gerne als Verschwörungs-theorie verschrien und somit der Lächerlichkeit preisgegeben. Es war G. Edward Griffin, der auf diese Desinformation scherzhaft erwiderte:
"Man möge einfach nur das Telefonbuch von Washington hernehmen und schauen, wo die Telefonnummer der Fed stehe - im amtlichen oder im privaten Teil."
Herr Griffin ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilmer und Bestseller-Autor, der insbesondere durch seine Kritik an dem amerikanischen Notenbanksystem in seinem Buch Die Kreatur von Jekyll Island internationale Bekanntheit erlangt hat.

Dieses Kartell soll, so G. Edward Griffin, die Interessen weniger global operierender Banken auf Kosten der amerikanischen Bevölkerung durchsetzen. Beispielsweise könne das Fed "Inflation erzeugen, wann immer es Inflation wünscht."

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist der Bestseller END THE FED (dt.: "Befreit die Welt von der US-Notenbank") des republikanischen Kongressabgeordneten Dr. Ron Paul. In diesem - für einen Politiker - außergewöhnlichem Werk kann Dr. Ron Paul aufzeigen, weshalb das Fed einerseits und Zentralbanken im Allgemeinen andererseits generell zum Nachteil von Volkswirtschaften sind, die legalisierte "Geldfälschung" der Zentralbanken destruktiv und unmoralisch ist und der kriegführende und allmächtige Staat erst durch den Missbrauch durch Zentralbanken möglich ist. Von ihm stammt unter anderem auch folgende Aussage zum Ausbruch der jüngsten Finanzkrise:
"Denn wenn sie alle vollständig verstehen, wie sie vorgeht, was sie tut, wie sie die Geldpolitik und die Zinsen manipuliert, werden sie endlich kapieren, dass es die Fed ist, die das ganze Unheil angerichtet hat."

Das Federal Reserve System mit Hauptsitz in Washington D.C. setzt sich aus 12 regionalen "Federal Reserve Banks" zusammen. Anteilseigner dieser 12 regionalen Notenbanken sind private Geschäftsbanken, die "Mitgliedsbanken" genannt werden. Diese Mitgliedsbanken sind dem Wert ihrer Einlagen nach Eigentümer des Fed.
Außerdem sitzen fünf Vorstände der regionalen Notenbanken im zwölf-köpfigen Federal Open Market Committee (dt. "Offenmarktausschuss"). Das FOMC ist das bedeutendste Gremium des Fed, da es die Geld- und Währungspolitik der Vereinigten Staaten beschließt und vorgibt.
Das Board of Governors of the Federal Reserve System ("Bundesbankrat") - sieben durch den Präsidenten der USA vorgeschlagene und durch den Senat akzeptierte Mitglieder; die restlichen Mitglieder im FOMC - führt die Geschäfte gemäß den Vorgaben des FOMC(!) und setzt dessen Entscheidungen um.

Im Jahre 1976 hat es eine Untersuchung zum "Einfluss von Unternehmen und Banken" auf das Federal Reserve System gegeben. Die Studie wurde vom Vorsitzenden des "Committee on Banking, Currency and Housing" des US-Repräsentantenhauses - Henry S. Reuss - für eben dieses durchgeführt. Es handelt sich um eine Personal-Studie bezüglich der Beziehungen zwischen Unternehmens-, Banken- und Handelsverbänden zu den Direktoren der 12 regionalen Notenbanken. Henry S. Reuss schließt das Vorwort zu dieser Studie mit folgender Aussage:
"Solange wir keine grundlegenden Reformen haben, wird das Federal Reserve System bei der Erfüllung seiner öffentlichen Aufgaben als wirtschaftliche Stabilisierungs- und Banken-Regulierungsbehörde behindert werden. Das Mandat des Federal Reserve Systems ist zu wesentlich für das Wohlergehen der Nation, um dessen Mechanismus unter der Kontrolle weniger Privatinteressen zu lassen. Die Konzentration von finanzieller und wirtschaftlicher Macht in den Vereinigten Staaten ist zu weit gegangen. Wir sollten unser "Bicentennial" (200 Jahre Unabhängigkeitserklärung) durch Umkehr des Trends weg von Thomas Jefferson feiern."

Der Vollständigkeit halber ergänze ich diesen Artikel um folgendes Schaubild (zum Vergrößern anklicken), welches in den US-amerikanischen alternativen Medien derzeit seine Runden dreht. Es soll die tatsächlichen Eigentümer des Fed zeigen. Im Titel wird ein Bezug zur vorhin genannten Studie hergestellt, den ich bisher allerdings nicht verifizieren konnte.






Das amerikanische Notenbanksystem - Ein bisschen Verschwörungspraxis...