Freitag, 15. Juli 2011

Böses Bargeld!

Vor kurzem gab es in meinem Lieblings-Forum zum Thema Wertpapierhandel tom-next.com eine nette, leider nur kurze Diskussion zum bargeldlosen Zahlungsverkehr und eine etwaige, zukünftige bargeldlose Gesellschaft. Der Anlass war die Mitteilung, das deutsche Bundesfinanzministerium plane eine pauschale Begrenzung der Barzahlungen deutscher Bürger auf 1.000 Euro. Alle Bargeldzahlungen über 1.000 Euro seien,  seitens der Verkäufer, meldepflichtig.
Pro und Contra wurden kurz andiskutiert und gegen Ende habe ich auch meinen Senf dazu gegeben:
Zitat aus SPON-Artikel: "Wer Bares besitzt hat etwas zu verbergen"
Sowas Bescheuertes, hab ich ja noch nie gehört! Das ist ganz schlechte Propaganda...
Bargeld bedeutet Freiheit und da haben sich fremde Dritte gefälligst rauszuhalten. 
Was gibt es für Argumente? Bekämpfung der Schwarzarbeit? [oder das Vorbeugen von Diebstählen?] 
Leute sind also tatsächlich der Meinung es wäre eine geeignete Maßnahme eine Beschränkung der Bargeldzahlungen für die gesamte Bevölkerung (!) auf 1000 € durchzusetzen? Um Schwarzarbeit zu bekämpfen? - Schöner Vorwand. 
Warum schaffen wir aufgrund von Biefbomben nicht die Post ab? Außerdem gibt's doch EMail. Oder Fußball, den Sport sollten wir auch nicht mehr erlauben; wegen der Hooligans. Völlig abstrus! - Ihr merkt, worauf ich hinaus möchte :zwinker:  
Es ist doch immer die gleiche Salami-Taktik. Vorsichtig Schritt für Schritt, nicht zu viel und nicht zu wenig. Bis man sein Ziel erreicht hat. In diesem Fall eine bargeldlose Gesellschaft? Wenn ja warum? Ist das gut? Die Antwort liegt im Geldsystem. 
Bitte seht mir meinen teils emotionalen Schreibstil nach. Nur werden wir hier mMn für extrem blöd verkauft! 
Just my 2 cents ;) 


Konkret: Gäbe es kein Bargeld, dann müssten Geschäftsbanken keine Bankruns mehr befürchten und ihr kaputtes und perverses Geschäftsmodell würde auf das "nächste Level" gehoben werden. Da Banken aufgrund einer Mindestreserve von nur 1% im Euroraum ein Vielfaches der eigentlich vorhandenen Geldmittel "verleihen" müssen sie ständig befürchten, dass mehr Kunden ihre Einlagen in bar ausgezahlt haben möchten, als tatsächlich insgesamt vorhanden ist. Dieses Szenario ist beispielsweise bei einer allgemeinen Vertrauenskrise - analog zu 2007 (Northern Rock) - denkbar. Die Geschäftsbank wäre dann zahlungsunfähig. Wenn es nur noch digitales wertloses Geld, also Giralgeld gibt, dann besteht dieses Risiko nicht mehr.

Im Anschluss hatte ich noch zur Erklärung und zum besseren Verständnis ein Interview zwischen den Herren Prof. Dr. Michael Vogt und Andreas Popp beim Alpenparlament mit dem Hinweis: "Kernaussage bei Minute 13:36" gepostet.


T E I L  1





T E I L  2




UPDATE 12.04.2012
Zum "Krieg gegen das Bargeld" hat das Nachrichtenportal Die Presse.com heute einen interessanten und gleichnamigen Artikel von Nikolaus Jilch veröffentlicht.