Freitag, 5. August 2011

Minuto - ZeitGutscheine

Das Minuto Konzept
Die Verwendung neuer Zahlungsmittel benötigt eine Neubetrachtung unserer Beziehung zum Thema Geld. Konventionelles Geld ist ungedeckt, wird zentral heraus gegeben und Banken können mit einer kleinen Mindestreserve Unmengen an Krediten vergeben. In zunehmendem Maße wird erkannt, dass dieses Geldsystem eine Wurzel der wiederkehrenden ökonomischen und sozialen Probleme ist. Mittlerweile hat der weltweite Finanzmarkt die Probleme in eine globale Dimension vergrößert. Im Lauf der Jahre wuchs weltweit bei vielen Menschen der Bedarf nach grundlegenden Lösungen. Dabei wurde eine große Anzahl an komplementären Währungen entwickelt.



Eines der bisher erfolgreichsten Konzepte ist das Regiogeld, welches parallel zum Euro funktioniert. Neben der Förderung der regionalen Wirtschaft unterstützen diese Initiativen auch die Bildung sozialer Netzwerke. Regiogeld wird jedoch zentral geschöpft, kontrolliert und verwaltet. In dieser Hinsicht gibt es Ähnlichkeiten mit der traditionellen Geldschöpfung durch Zentralbanken. Einer der Hauptgründe für Stagnation in regionalen Währungen ist der hohe Verwaltungsaufwand: Die unbezahlten Organisatoren, die die Verantwortung des Betriebs übernehmen, sind zunehmend überfordert, landen evtl. im Burn-Out und stellen folglich ihre Arbeit ein.

Ein neues Modell funktioniert ohne Verwaltungsaufwand: Die 'Minuto ZeitGutscheine', genannt Minuto, basieren auf der Möglichkeit, dass jeder sein eigenes Zahlungsmittel herausgeben kann. Minutos werden ähnlich wie Bargeld verwendet. Sie sind ein wirklich dezentrales Zahlungsmittel. Üblicherweise arbeiten Menschen zuerst und bekommen dann ihr Geld. Doch wo kommt das Geld eigentlich her? Interessanterweise entsteht Geld durch Schulden. Beim konventionellen System haben die zentral organisierten Staatsschulden mittlerweile astronomische Größen erreicht. Im Gegensatz dazu sind Minuto-ZeitGutscheine selbst hergestellte, dezentrale Gutscheine mit überschaubarem und daher auch verantwortbarem Leistungsversprechen.

Der Name Minuto entstammt der gewählten Verrechnungseinheit für den Austausch von Produkten und Dienstleistungen: 'Minuten qualitativer Leistung'. 60 Minutos haben den Wert von einer Stunde qualitativer Leistung. Die qualitative Arbeitsstunde kostet in Deutschland im Durchschnitt 30 Euro. Daher gilt als aktueller Umrechnungskurs 60 Minutos = 30 Euro (August 2010). Minutos unterliegen keiner Inflation. Eine Stunde ist und bleibt eine Stunde, auch in hundert Jahren. Preisangaben in Minutos müssen nicht angepasst werden wenn beispielsweise der Euro von Hyperinflation betroffen ist. In so einem Fall müßte nur der Umrechnungsfaktor angepasst werden. Der Gegenwert von Minutos (als stabiles Zahlungsmittel) entspricht dann einer höheren Menge an (wertloser gewordenen) Euros.

Zur Einführung des Minuto trifft sich eine Gruppe von Personen. Der Auftakt muß von jemandem organisiert werden. Später kann diese Verantwortlichkeit von anderen übernommen werden. Bei Minuto Treffen werden Angebot und Nachfrage getauscht, Kontakte geknüpft sowie aktuelle Anliegen besprochen. Werden Minutos überregional eingesetzt, so wandern sie im Lauf ihrer Gültigkeitsdauer wieder zurück in die Region ihrer Entstehung. Schlußendlich werden sie beim Herausgeber des jeweiligen Gutscheins eingelöst. Jeder einzelne Minuto ZeitGutschein trägt Name und Adresse des Schöpfers, eine Wertangabe, Datum der Ausgabe, Länderkürzel, Postleitzahl des Herausgebers und eine Gültigkeitsdauer (Jahresende der Gutschein-Schöpfung plus 5 Jahre). Zusätzlich ist jeder Minuto ZeitGutschein gedeckt durch zwei Bürgen (weiblich und männlich). Die Akzeptanz des Minuto ist natürlich am höchsten in der Region seiner jeweiligen Schöpfung. Jedoch darf jeder Mensch weltweit auch ZeitGutscheine anderer Regionen annehmen und benutzen. Im Besonderen profitiert die regionale Urproduktion vom Minuto: Landwirtschaft, Gartenbau, Handwerk sowie soziale Dienstleistungen.


Die häufigsten Fragen und Antworten
1. Kann man die Minutos nur beim jeweiligen Herausgeber einlösen?
Ähnlich dem Euro kann der Minuto ZeitGutschein als Tauschmittel hunderte Male von Mensch zu Mensch wandern bevor er beim jeweiligen Herausgeber eingelöst wird. Jeder Mensch hat die Freiheit die ZeitGutscheine anzunehmen oder abzulehnen. Der jeweilige Gutschein-Schöpfer ist jedoch (während der Gültigkeitsdauer) zur Einlösung verpflichtet.

2. Muß der Herausgeber all seine Leistungsangebote auf die Gutscheine schreiben?
Der Stempelabdruck des Herausgebers sollte den Beruf / die Tätigkeit zeigen. Die Angabe einer Internetadresse wird empfohlen. Die Berufsangabe auf dem Stempel wirkt wie eine Anzeige. Während der Gutschein zirkuliert wird der Aufdruck gelesen. Sollte der Stempel keinen Beruf angeben, empfehlen wir mindestens 3 Leistungsangebote auf die Rückseite der Gutscheine zu schreiben. Dies unterstützt die hohe Akzeptanzquote der Minutos.

3. Sind die Bürgen generell zur Einlösung der Minutos verpflichtet?
Nein. Fur einen Gutschein zu bürgen, bedeutet diese Leistung nur dann erbringen zu müssen, wenn der jeweilige Gutschein-Schöpfer sowie dessen Rechtsnachfolger (z.B. Erben) die Leistung nicht erbringen können, beispielsweise bei: Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit, 'unbekannt verzogen' oder Tod.

4. Was begrenzt die Gültigkeit der Gutscheine?
Jeder Gutschein hat eine eingetragene Gültigkeitsbegrenzung. Nach Ende des Ausstellungsjahres ist der Gutschein höchstens 5 Jahre lang gültig. Der Herausgeber kann die Einlöseverpflichtung wiederholen und entsprechend dem persönlichen Bedarf neue Minuto erstellen. Die in Umlauf befindliche Menge an Minutos sowie die Deckung der Gutscheine wird auf diese Weise von jedem Mensch individuell mitgestaltet.

5. Kann ein beim Herausgeber eingelöster Gutschein ein 2. Mal verwendet werden?
Sofern der Gutschein noch länger als 3 Jahre gültig ist kann der Herausgeber den Gutschein wiederholt verwenden. Sobald die Gültigkeitsdauer kürzer als 3 Jahre ist zerstört der Herausgeber den Gutschein nach der Einlösung. Durch diese Regel bekommen Teilnehmer des Netzwerks praktisch niemals Gutscheine, die kurz vor Ablauf der Gültigkeit sind.

6. Muß man Gutscheine schöpfen um mitmachen zu können?
Gutscheine zu schöpfen ist genau so freiwillig wie die Akzeptanz der Minutos als Begleichung für eigene Leistung. Wichtiger als das Schöpfen sind Angebote in der Region. Leistungsanbieter werden mit ZeitGutscheinen für Ihre Angebote bezahlt. Durch ihre Leistung erhalten sie Minutos, die sie, bei anderen Anbietern, wieder ausgeben können.

7. Gibt es ein Mindestalter um Gutscheine zu schöpfen?
Manche Jugendliche sind in besonderen Fachgebieten fähiger als viele Erwachsene, beispielsweise bei der Computerbedienung. Sollten diese Jugendlichen über die Akzeptanz der ZeitGutscheine hinaus auch selber Gutscheine schöpfen wollen, so ist zu beachten, daß die Bürgen immer volljährig sein müssen.

8. Wie viele ZeitGutscheine soll/darf jeder schöpfen?
Um kleine Beträge bezahlen zu können muß man genügend 1- und 5-Minuto-Gutscheine haben. Es macht daher Sinn, daß jede Person 10 Bögen mit ZeitGutscheinen schöpft. Jeder Bogen steht für 231 Minutos. 10 Bögen sind somit 2310 Minutos, gleich 38,5 Stunden qualitativer Leistung. Dies entspricht einer Arbeitswoche.

9. Kann ich mit dem Minuto alles kaufen?
Die Minuto - ZeitGutscheine sind eine Ergänzung zum üblichen Zahlungsmittel. Viele Dinge sind vorübergehend nur mit Euro (Pfund / Dollar / Yen etc.) erhältlich, beispielsweise Benzin, Heizöl, Telefon, Strom, Gas, Neuwagen, usw. Mit jedem Menschen, der im Minuto Netzwerk teilnimmt, steigt die Vielfalt der Angebote!
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